Rheinfelden

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Pranger

Pranger
Rau waren einst die strafrechtlichen Sitten. Der Dieb endete schnell einmal am Galgen. Leichtere Vergehen wurden mit dem Zurschaustellen am Schandpfahl geahndet. Auch in Rheinfelden gab es den Pranger. Am Bröchinhaus, an der Ecke Jagdgasse/Kapuzinergasse, man kann heute noch Überreste sehen, nämlich einen Teil der Konsole, auf dem der Verurteilte zu stehen hatte, und etwas weiter oben einen in die Hauswand eingelassenen Eisenring. An diesem waren die Ketten befestigt, die am anderen Ende das Halseisen und die Handschellen trugen, mit denen der Delinquent gefesselt war. Der Ort war mit Bedacht gewählt. Die Kapuzinergasse war seinerzeit die Hauptdurchgangsstrasse vom Hermanns- zum Obertor. So war dafür gesorgt, dass nicht nur Stadtbewohner, sondern auch alle Durchreisenden den Angeprangerten verlachten, beschimpften, bespuckten oder ihm noch Schlimmeres antaten.

Wer aber meint, der Pranger sei in der Mottenkiste vor-aufgeklärter Zeit verschwunden, der irrt. Heute wird diskutiert, ob man Bilder und Personalien tatsächlicher oder vermeintlicher Straftäter ins Internet stellen soll; und in den USA bekommen Ladendiebe ein Poster mit der Aufschrift «I am a thief» um den Hals gehängt und müssen so stundenlang vor ihrem Tatort auf- und abgehen.