Narri Narro: Die Rheinfelder Fasnacht verbindet zwei Städte und ihre Menschen
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Der erste und zweite Faisse sind vorbei und mittlerweile spürt man langsam in allen Gassen im Städtli, dass es bald los geht. Ein wichtiger Bestandteil dieser ausgelassenen Zeit ist der grenzüberschreitende Umzug. Kurz bevor «das geordnete Chaos» in den beiden Schwesternstädten beginnt, durften wir mit dem Präsidenten der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden, Joël Lässer, sprechen.
«Die Schwesternstädte organisieren den Rheinfelder Umzug gemeinsam. Landesgrenzen spürt man bei diesem besonderen Anlass keine», ist Joël Lässer überzeugt.
Seit drei Jahren ist er Präsident der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden (FGR). Fasnächtler ist er seit seiner Kindheit. Umso glücklicher macht es ihn, bei dieser grossen und wichtigen Rheinfelder Tradition ganz nahe dran zu sein und sich dafür einzusetzen, dass auch die nächsten Generationen – wie es ihm damals vor ein paar Jahrzehnten passiert ist - vom Fasnachtsfieber gepackt werden.
Was braucht es denn alles, damit am Fasnachtssonntag ein Umzug mit rund 80 Formationen (Guggenmusiken, Laufformationen und Wagencliquen) stattfinden kann?
«Da traditionell mehr Formationen aus Deutschland teilnehmen, koordinieren unsere Kollegen in Badisch Rheinfelden die Umzugsaufstellung», schickt Joël Lässer voraus.
Die Gesamtplanung und Organisation des Umzugs erfolgen jedoch gemeinsam. Innerhalb des Vorstands ist es Marcello Flückiger, FGR-Vizepräsident, der viele Aufgaben übernimmt.
Wer macht mit?
Wie Joël Lässer erzählt, ist es jeweils wichtig, die teilnehmenden Formationen, vor allem auch die Gastguggen, welche aus der ganzen Schweiz kommen, frühzeitig zu eruieren. Dann folgen organisatorische Aufgaben wie zum Beispiel Aufstellung und Reihenfolge der Umzugsteilnehmenden, Verpflegungsstände, Abfallkonzepte, Absperrungen, Sicherheitsvorkehrungen und vieles mehr. «Wagencliquen müssen ihre Fahrzeuge jeweils beim Strassenverkehrsamt prüfen lassen», ist ein weiterer entscheidender Punkt, der keinesfalls vergessen werden darf. «Ja, man muss an vieles denken», sagt Lässer. Bei rund 80 Formationen und etwa 2500 Teilnehmenden sei auch der Fluss des Umzugs immer ein Thema.
«Letztes Jahr versuchten die Narrenzunft und wir als Spitze des Umzugs mit der Musik mitzuschaukeln. Dies sollte zu einem regelmässigen Tempo und weniger ‹Löchern› im Umzug führen. Das war auf jeden Fall sehr unterhaltsam.»
Der grenzüberschreitende Umzug ist das grösste und publikumswirksamste Element der Rheinfelder Fasnacht, bei welchem die harmonische Zusammenarbeit der beiden Schwesternstädte zum Tragen kommt. Er ist Teil einer Tradition, die nicht nur zwei Städte und zwei Länder, sondern ganz viele Menschen verbindet. Die aktiven Fasnächtler und Fasnächtlerinnen, aber auch die Zuschauerinnen und Zuschauer rücken in dieser speziellen Zeit, in welcher man auch den Alltag gerne vergisst, ganz nahe zusammen.
Je nach Wetter sind es bis zu 15 000 Fasnachtsbegeisterte aus der ganzen Region, die nach Rheinfelden strömen, um den einzigartigen grenzüberschreitenden Umzug zu erleben. Die Rheinfelder Fasnacht, bei welcher das kunterbunte Treiben, die Ausgelassenheit und die Fröhlichkeit im Vordergrund stehen.
Damit in dieser fünften Jahreszeit alles «läuft», braucht es Menschen wie Joël Lässer, Marcello Flückiger und viele andere engagierte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler auf beiden Seiten des Rheins, die mit viel Herzblut und Leidenschaft zeitintensive Vorbereitungen treffen.
Dann kann die Fasnacht kommen und in allen Rheinfelder Gassen heisst es wieder: Narri Narro.
Janine Tschopp ist freie Journalistin. Sie schreibt unter anderem regelmässig für die Neue Fricktaler Zeitung, das Kulturmagazin «2x Rheinfelden» und das Rheinfelder Weihnachtsmagazin.
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