Farbige Häuser in der Altstadt Rheinfelden beim Rumpel

Enzo Marinelli und die Colonia Libera Italiana

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Der Süditaliener Enzo Marinelli kam 1961 in die Schweiz, 14 Jahre später nach Rheinfelden. 1977 trat er dem Verein «Colonia Libera Italiana» (CLI) bei und ist dort seit 16 Jahren Präsident. Der 84-Jährige wünscht sich, dass sich mehr Italiener im Verein engagieren und macht sich Sorgen um den Nachwuchs.

Seine Spaghetti und die frischgemachten Saucen sind in Rheinfelden legendär. Ob am Herbstmarkt, am Jahrestag des Vereins, an der Fasnacht oder am Weihnachtsfunkeln. Gerne machen Rheinfelder und Rheinfelderinnen und solche, die den Geheimtipp kennen, einen Abstecher in den Rumpel, um dort beim Verein CLI in gemütlicher Atmosphäre und mit einem Boccalino das typisch italienische Essen zu geniessen.

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— Schon viele gemütliche Stunden wurden beim CLI in Rheinfelden verbracht.

Seit 1961 in der Schweiz

In die Schweiz kam Enzo Marinelli, damals 18-jährig, im Jahr 1961. Aus seiner Heimatstadt Grassano, welche zur süditalienischen Region Basilicata gehört, reiste er mit Bus und Bahn in seine neue Heimat. In Zug fand er eine Anstellung als Konditor, sein ursprünglich erlernter Beruf. Später liess er sich zum Bäcker und im Hotel Restaurant Hirschen in Küssnacht zum Koch ausbilden. 

1975 folgte er seinem Bruder Donato nach Rheinfelden, der dort seine Liebe fand. Enzos Frau stammte aus seiner ursprünglichen Heimat und es zog sie wieder zurück nach Italien.

Enzo Marinelli arbeitete für die Confiserie Berner, später für eine Wäscherei und schliesslich im mechanischen Bereich für die Firma Forming. 

1977 trat er dem Verein Colonia Libera Italiana (CLI) bei. Gegründet wurde dieser 1959. 

«Die Statuten gibt es seit dem 9. Juni 1960», präzisiert Enzo Marinelli. 

Ursprünglich plante der Verein, sein 65-Jahr-Jubiläum im Sommer 2025 zu feiern. Aufgrund Enzos Hüftoperation wurde das Jubiläumsfest verschoben. «An der kommenden Generalversammlung vom 16. Mai werden wir festlegen, wann wir das Jubiläumsfest nachholen», erklärt er.

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— Gemütlichkeit, gute Gesellschaft und viele schöne Augenblicke – dafür steht das CLI in Rheinfelden.

Sorgen um Nachwuchs

Von 1984 bis 2010 stand Enzos Bruder Donato dem Verein vor, seither ist er selber Präsident. Er erinnert sich gut, wie sie damals 1990 das Vereinslokal in Rheinfelden gewinnen konnten. Ein Jahr später legten sie intensiv Hand an bei den Bauarbeiten und 1992 kam es zur Eröffnung. «Ich möchte mich bei allen bedanken, die damals mitgeholfen haben und die sich in den letzten Jahren für unseren Verein eingesetzt haben», ist auch heute noch ein wichtiges Anliegen des Präsidenten.

Der Verein, der rund 100 Mitglieder zählt und dem mittlerweile auch «Nicht-Italiener» angehören, bedeutet ihm viel und er bedauert, dass immer weniger Menschen daran interessiert sind. «Ich wünschte mir, dass noch mehr Italiener mitmachen würden.» Generell fällt ihm auf, dass viele Menschen in letzter Zeit weniger initiativ geworden sind. Integration ist für ihn ein sehr wichtiges Thema und genau darum geht es bei CLI. Es sei wichtig, mit den anderen CLI-Vereinen in der Schweiz zusammenzuarbeiten und sich – auch politisch – für gemeinsame Anliegen zu engagieren. 

«Früher gab es 119 CLI-Vereine in der Schweiz, jetzt sind es noch zirka 50», bedauert Enzo Marinelli. «L’unione fa la forza», ist er überzeugt. 

Nur wenn man sich zusammenschliesst, könne man etwas erreichen. Er hofft, dass sich an der kommenden Generalversammlung auch jüngere Vorstandsmitglieder finden. «Ein neuer Vorstand bringt neue Ideen.»

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— Enzo Marinelli kam 1961 aus Süditalien in die Schweiz und ist seit 16 Jahren CLI-Präsident.

«Ich fühle mich wohl in der Schweiz»

Auf die Frage, wo mittlerweile seine Heimat sei, meint er: «Hier habe ich meine Kollegen und bin integriert. Ich fühle mich wohl in der Schweiz.» Selbstverständlich geniesst er es trotzdem sehr, im Sommer jeweils zwei Wochen in Kalabrien, dort wo seine Wurzeln sind und auch zwei seiner drei Töchter leben, zu verbringen.

Das Vereinslokal CLI Rheinfelden (Kirchgasse/Im Rumpel) hat am Wochenende (freitags und samstags ab zirka 17 bis 24 Uhr / sonntags ab 10 bis 20 Uhr) sowie an speziellen Rheinfelder Anlässen offen (Fasnacht, Bundesfeier, Weihnachtsfunkeln…).

Portrait Janine Tschopp

 

Janine Tschopp ist freie Journalistin. Sie schreibt unter anderem regelmässig für die Neue Fricktaler Zeitung, das Kulturmagazin «2x Rheinfelden» und das Rheinfelder Weihnachtsmagazin.

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