9 Dinge, die Rheinfelden besonders machen
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Glocken, die zu unterschiedlichen Zeiten schlagen, Fledermäuse, die ein eigenes Gesetz haben und eine Bibliothekskarte, die in zwei Ländern eingesetzt werden kann? Jacqueline Russo ist Marketing- und Produktmanagerin bei Tourismus Rheinfelden und erzählt von 9 Dingen, die sie so sonst noch nirgends gesehen hat.
Aufgewachsen bin ich in Basel, und nun bin ich seit bald zwei Jahren Marketing- und Produktmanagerin bei Tourismus Rheinfelden. Anfangs dachte ich, Rheinfelden sei einfach das „kleine Basel“.
Doch je mehr ich über das Städtli lernte, desto mehr verliebte ich mich in seinen Charakter.
Heute weiss ich: Rheinfelden ist einzigartig. Hier meine neun persönlichen Highlights:
1. Glockenschlag zu drei unterschiedlichen Uhrzeiten
Als ich hier zu arbeiten begann, dachte ich oft, ich sei zu spät dran, wenn die Glocken läuteten. Doch in Rheinfelden schlagen sie nicht synchron: Manche Glocken melden die volle Stunde einige Minuten früher. Das hat Tradition – früher diente es den Bauern als Warnung, damit sie noch rechtzeitig vor Torschluss zurück in die Stadt gelangten. Heute wirkt es auf charmante Weise ungewöhnlich und ist ein schönes Stück lebendige Geschichte.
2. Zwei Rheinfelden – ein Magazin
Was verbindet zwei Städte in zwei Ländern so eng? Unter anderem ein gemeinsames Kultur- und Stadtmagazin. Alle zwei Monate erscheint es – mit Interviews, Reportagen und Geschichten aus Rheinfelden (Schweiz) und Rheinfelden (Baden). Für mich ist das ein starkes Symbol für die freundschaftliche Zusammenarbeit über den Rhein hinweg, die man besonders während dem grenzüberschreitenden Fasnachtsumzug oder der gemeinsamen Silvesterfeier spürt.
3. Brunnensingen an Heiligabend und Silvester
Stellen Sie sich vor: In der dunklen Altstadt ziehen zwölf Männer in schwarzen Mänteln mit Laternen durch die Gassen und singen an sechs Brunnen.
Der Brauch stammt aus der Pestzeit: Man glaubte, dass das Besingen der Brunnen die Stadt vor Krankheit schützen würde.
Noch heute verbinden sich Geschichte, Stille und ein Hauch Gänsehaut in diesem einzigartigen Ritual der Sebastiani-Bruderschaft.
4. Fledermäuse mit Sonderrecht
In der Stadtkirche St. Martin lebt eine grosse Fledermauskolonie. Als sie vor über 20 Jahren durch ein Fest mit Lichtern und Lärm gestört wurde, griff die Stadt ein: Seit 2004 ist ihre Flugschneise offiziell in der Bauordnung geschützt. Das bedeutet: Keine Hochbauten dürfen ihren Weg kreuzen. Ein einzigartiges Beispiel für Rücksicht auf Natur mitten in der Stadt.
5. Die grösste Brauerei der Schweiz
Das „Bierschloss“ Feldschlösschen ist schon von weitem imposant - und die grösste Brauerei der Schweiz.
Mehrfach war ich dort bei einer Führung, heute freue ich mich, wenn die Brauereipferde donnerstags durch die Altstadt klappern und Bier ausliefern.
Wer Rheinfelden besucht, sollte unbedingt eine Führung mit Degustation machen – und vielleicht sogar selbst ein Bier zapfen. Ich kann das Weihnachtsbier sowie das Pils wärmstens empfehlen.
6. Das geheimnisvolle St.-Anna-Loch
Gleich unter der Rheinfelder Brücke verbirgt sich das geheimnisvolle St.-Anna-Loch, eine unterirdische Verwerfung.
Wo einst die Burg der Herren von Rheinfelden und eine St.-Anna-Kapelle standen, stürzt das Flussbett heute in einen 30 Meter tiefen Kessel – ein Strudel mit tödlicher Kraft.
Kein Wunder also, dass sich um diesen Ort unzählige Sagen ranken, von der versunkenen goldenen Glocke bis hin zu Raubzügen der Hunnen. Für mich ein faszinierender Ort, an dem Naturkraft und Mythen zusammenkommen.
7. Schwerelos im «sole uno»
Rheinfelden war schon früher für Kuren bekannt. Heute bietet das Wellness-Zentrum «sole uno» Entspannung pur. Besonders das grosse Intensivsolebecken hat es mir angetan: Mit 12 % Salzgehalt schwebt man dort wie im Toten Meer. Licht, Musik und Wasser verschmelzen zu einem Erlebnis, das man nicht vergisst – und das es so in dieser Grösse kaum anderswo gibt.
8. Zwei Länder, eine Bibliothekskarte
Dass man mit nur einer Karte in zwei Bibliotheken stöbern kann – eine in der Schweiz, eine in Deutschland – war für mich eine Überraschung. Ein wöchentlicher Kurierdienst bringt bestellte Bücher über den Rhein, und wer etwas zurückgeben möchte, kann das bequem an beiden Standorten tun. Ein praktischer und grenzüberschreitender Service, den es so sonst kaum gibt.
9. Ein Berg aus Salz
Riburg ist einer von drei Standorten der Schweizer Salinen und ein besonderer Ort: Unter der grössten Holzkuppel der Schweiz lagern hier bis zu 120.000 Tonnen Auftausalz.
Die imposante Architektur der Kuppel und die schiere Menge Salz machten den Besuch unvergesslich.
Gäste können bei einem geführten Rundgang die imposante Holzkuppel und die gewaltigen Salzvorräte hautnah erleben und die besondere Atmosphäre dieses einzigartigen Standorts spüren.
Das Besondere an Rheinfelden zeigt sich nicht in einem einzelnen Highlight, sondern in der Summe seiner Eigenheiten. Zusammen ergeben sie ein Städtli, das überrascht, begeistert und im Gedächtnis bleibt. Genau deshalb ist Rheinfelden für mich die kleine Stadt mit den grossen Erinnerungen.
Jacqueline Russo ist Produkt- und Marketingmanagerin bei Tourismus Rheinfelden. Die gebürtige Baslerin kannte die Stadt zunächst nur als Heimat des Feldschlösschen-Biers und der Wellnesswelt «sole uno». Inzwischen ist ihr das Zähringerstädtli ans Herz gewachsen und Rheinelden fühlt sich fast wie eine zweite Heimat an.
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