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Mein Rheinfelden: Stadtführer erzählen (9/9)

Die St. Martinskirche birgt viele Geschichten. Stadtführer Kurt Rosenthaler erzählt, warum ein spezielles Gemälde auch Sie begeistern wird.

"Eine der schönsten und eindrücklichsten Sehenswürdigkeiten in Rheinfelden ist die Stadtkirche St. Martin. Das Gotteshaus, dessen Vorgängerbauten noch aus der Zeit vor der Stadtgründung stammten, wurde 1769 bis 1772 vollständig barockisiert. Die Wand- und Deckengemälde sind Werke von Franz Fidel Bröchin (1736-1799), einem meiner Vorfahren. Kein Wunder, dass ich ein ganz spezielles Verhältnis zu diesen Bildern habe. Die Gemälde an den Decken der Kirche stellen Szenen aus dem Leben der Maria dar. Zur Zeit der Entstehung der Bilder war Kaiserin Maria Theresia unsere Landesmutter, und so hat der Künstler aus der Martinskirche quasi eine Marienkirche gemacht. Jedes Gemälde erzählt eine Geschichte. Eine davon will ich hier erzählen.

Es handelt sich um das Bild „Die Herbergssuche“ im nördlichen Seitenschiff. Die Szene wird aus einer extremen Froschperspektive dargestellt. Dass sie im Orient spielt, wird links durch die Palme und die beiden Obelisken, die übrigens ganz schön schief stehen, angedeutet. Rechts befindet sich die Herberge von Bethlehem, die viel mehr an ein Luxushotel oder an einen Palast oder eine Grossbank am Zürcher Paradeplatz erinnert. Und jetzt zum Ablauf des Geschehens. Von links schreitet die hochschwangere Maria auf die Herberge zu. Sie hält ihre Hand schützend über ihren runden Bauch. Halb versteckt, neben dem Esel, wartet der Josef. Es ist offensichtlich, dass er die blutjunge, hübsche Schwangere vorschickt, um den Hotelier günstig zu stimmen. Rechts auf der Treppe steht die Wirtin. Bedauernd streckt sie die Hände aus: Sorry, alles besetzt. Das ist natürlich eine platte Lüge. Denn hinter ihr, unter dem gigantischen Portal, steht der Wirt, der seinerseits seine Frau vorschiebt. Klar ist, dass in dem Riesenpalast im Kleinstädtchen Bethlehem mehr als genug Raum für die Gäste wäre. Aber das vornehme Luxus-Etablissement will keine schäbige Kundschaft haben, die mit einem billigen Esel angereist kommt und erst noch die Umstände einer bevorstehenden Geburt verursacht. Wie zeitlos ist doch das Verhalten der vier Personen und ihrer Beziehungen! Eine wahre Freude für jeden Soziologen und Psychologen!"

Kurt Rosenthaler, Stadtführer seit 1985

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StadtführerGeschichten, Kurt Rosenthaler, Herbergsuche, Stadtkirche St. Martin
 

Datum der Neuigkeit 28. Okt. 2019
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