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125 Jahre Tourismus in Rheinfelden


Anlässlich der Jubiläumsversammlung von Tourismus Rheinfelden zeigte Robi Conrad, Stadtführer von Rheinfelden, einen kurzen Abriss aus den letzten 125 Jahre auf.

Kurbrunnen um 1900

Den wahren touristischen Wert Rheinfeldens hatten schon die Habsburger im 15. Jahrhundert erkannt, sie vermuteten stark, dass irgendwann mal dieser Stadt der Wakkerpreis zuerkannt werden würde – und so beschützten sie konsequenterweise schon damals die Stadt mit einer mächtigen Stadtmauer.

In der Blütezeit der Belle-Époque 23. Februar 1893 Gründung des Verschönerungs- und Kurvereins (KVV) Rheinfelden – also rund 40 Jahre «nachdem es los ging»... Ja, was war denn da schon losgegangen? 1844 die Entdeckung der Salzsole bei Riburg – Europa wollte nach den Jahrhunderten des Gestankes endlich wieder baden!!!

Neue Hotels werden im Jahrestakt eröffnet! Als erstes der «Schützen» – so schrieb einer der ersten Kurgäste, der Staatsmann Heinrich Zschokke, an seine Frau Nanny im Mai 1947: „Ich bin noch als einziger Gast, Hahn im Korbe, bei herzguten Leuten, die mir fast zu viel Aufmerksamkeit bezeugen doch in Badewirthschaft noch zu wenig Übung und Kunde haben“. Rheinfelden wurde quasi über Nacht in ganz Europa als Solebad-Destination bekannt.

Die Kurbrunnenanlage, in der wir uns heute versammelt haben, ist ein Zeugnis jener Zeit Dr. med. Hermann Keller, Balneologe (1858 – 1930): Ein Pionier für die Kurbäder. Er wurde von der katholischen Kirche exkommuniziert, weil er Frauen in Unterwäsche in die Wannen liess.

In den Hotels von Rheinfelden kurten die Reichen und Adligen aus der ganzen Welt – auch bei der russischen Zarenfamilie war Rheinfelden sehr beliebt. Die Speisekarten in den noblen Restaurants der Hotels waren bis zu Beginn des 1. Weltkrieges nur in Französisch und Russisch geschrieben 1899 – Höhepunkt – mit der Französichen Ostbahn vereinbart: Retourbillette von Paris nach Rheinfelden! Tourismus Rheinfelden bietet zu dieser Epoche eine spezielle Führung an.

Es lief also grossartig für Rheinfelden – und das alles noch ohne Tourismus-Förderung. Der neu gegründete Verein war einer mit Erfolgsgarantie – denn der Tourismus musste gar nicht gefördert werden, die Touristen waren ja schon seit Jahrzehnten da!

Dann, in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die beiden Weltkriege – die Reisetätigkeit war sehr eingeschränkt und der Europäische Adel hatte ganz andere Sorgen. Der Tourismus war kein Thema mehr. Der Verschönerungsverein bemühte sich redlich, einen Minimal-Tourismus aufrecht zu erhalten.

Nach den Weltkriegen nahm die Reisetätigkeit der Leute langsam wieder zu. Aber der klassische Bädertourismus, so wie er Rheinfelden berühmt gemacht hatte – er war ein Auslaufmodell – den Hotels fehlten oft die Gäste. Viele Adlige konnte sich das gar nicht mehr leisten – die Russen kamen nach der Oktober-Revolution sowieso nicht mehr!

Mit dem Ausbleiben der Gäste fehlte auch das Geld für die dringend notwendigen Renovierungen und damit für die Anpassung an die neuen Gäste… – und dies waren jetzt Geschäftsleute, eine neue Art Gast, der mit dem Wirtschaftsaufschwung immer mehr zu einem wichtigen Faktor in der Gastronomie wurde. Und dafür waren die Rheinfelder Hotels alles andere als „kompatibel“. Die Zimmergrössen genügten den Ansprüchen der Geschäftsleute nicht mehr, und die Infrastruktur für diese Gäste fehlte meistens auch.

Der Verschönerungsverein war gefragt. Tagestourist war das neue Schlagwort. Zusammen mit der Personenschifffahrt ab Basel ging es langsam wieder bergauf. Irgendwann wurde dann aus dem Verschönerungsverein „Tourismus Rheinfelden“ – bekam neue Räumlichkeiten, zuerst beim damaligen „Casino“ – später am Zähringerplatz und er kämpfte mit kleinem Budget gegen grosse Ansprüche. Das Büro war einfach nicht professionell genug, um den Marketingansprüchen einer so attraktiven Stadt zu genügen… ich selber erinnere mich oft an verschlossene Türen bei angeblichen Öffnungszeiten.

Aber dann 2008, kam der grosse Durchbruch mit dem Umzug in die heutigen Räumlichkeiten im Rathaus innerhalb des Stadtbüros. Die Stadt übernahm die Kosten und personell wurde „Nägel mit Köpfen gemacht“. Man besann sich auch auf die grosse und vielfarbige Geschichte dieser ältesten Zähringerstadt der Schweiz, und begann mit Themenführungen die Leute für diese Geschichte(n) zu sensibilisieren. Heute sind die Führungen zu einem wichtigen Aspekt für das Stadtmarketing geworden.

Mit der einsetzenden Wellness-Bewegung gegen Ende des letzten Jahrhunderts kam auch die Rückbesinnung auf die einstige Berühmtheit Rheinfeldens als Kurstadt und so entstanden mit dem sole uno und dem Ausbau des Hotel Eden als zwei Bade- und Wellnesszentren Publikumsmagnete, die jährlich hunderttausende an Gästen nach Rheinfelden bringen, und dies mit steigender Tendenz.

Und das, was die Habsburger schon vor über 500 Jahren voraussagten bestätigte sich – etwas später als erhofft, aber immerhin, 2016 bekommt die Stadt Rheinfelden den Wakkerpreis zugesprochen. In die gleiche Zeit entfallen noch Auszeichnungen/ Zertifizierungen als Energiestadt und Wellness-Destination– somit schliesst sich der Kreis wunderbar.

Man darf gespannt sein, wie es weiter gehen wird – mit einem derart professionell besetzten Tourismus-Rheinfelden und der damit verbundenen Dynamik, die von unseren Tourismus-Ladies ausgeht, wird die Erfolgsgeschichte weitergehen – davon darf man sicherlich ausgehen – das heutige Konzept greift… Dass für ein erfolgreiches Marketing das Budget ebenfalls eine Rolle spielt – das weiss man im Rathaus – hört es aber halt nicht so gern!

Robi Conrad, März 2018

 
 
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